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Spinnfischen

Wenn Sie sich für das Angeln auf Raubfische entschieden haben, dann ist das Spinnfischen genau die richtige Angelmethode für Sie! Doch wie funktioniert das und welche Ausrüstung benötigen Sie dazu? Diese und weitere Fragen klären wir nachfolgend für Sie:

Einführung in das Spinnfischen in der Ostsee

Die richtige Ausrüstung

In der Regel werden 2- und 3-teilige Spinnruten mit einer Länge von 2,40m bis 3,30m und einem Wurfgewicht zwischen 15g bis 50g verwendet. Außerdem eine 3000er bis 4000er Stationärrolle mit 0,10mm bis 0,13mm geflochtener Schnur, die am Ende ein Vorfach aus weniger sichtbarem und deshalb für den Fisch unverdächtigerem Material (Monofil oder Fluocarbon) von 50cm bis 100cm Länge besitzt. Dadurch ist die Rute sehr leicht, was das durchgehende Auswerfen und Einholen vereinfacht. Zum Kennenlernen der Küstenfischerei muss erstmal keine extra Ausrüstung gekauft werden, es reicht für den Anfang eine ganz einfache Ausrüstung aus.

Was Sie auf jeden Fall beim Spinnfischen anziehen sollten, ist eine Wathose oder zumindest Stiefel - optimal mit einer Filzsohle, um über rutschige Steine sowie den häufig stark bewachsenen Ufersaum hinauszukommen. Eine den Wind abweisende und Nässe abwehrende Jacke (Watjacke) kann ebenfalls nur von Vorteil sein. Auch ein Watstock und ein großer Watkescher können beim Spinnfischen helfen. In eine Tasche oder einen Rucksack passen dann noch Rute, Rolle, Schnur, Köder, Messer, Zange zum Haken lösen, Maßband und zu guter letzt natürlich ein gültiger Fischereischein mit der Fischereiabgabemarke des Landes Schleswig-Holstein perfekt rein.

Der richtige Köder

Kurzbeschreibungen zu einigen Gattungen der Kunstköder:

Blinker:
Der Blinker ist wohl der Klassiker unter den Kunstködern und es gibt mittlerweile eine riesige Auswahl an Ausführungen von diesem Köder. In den letzten Jahren sind sogenannte "Inline Blinker" (Durchläufer)immer beliebter geworden. Bei diesem Köder gehen die Fische im Drill nicht so leicht verloren, da der Fisch sich nicht so einfach aushebeln kann. Ein fischförmiges Stück Metall mit einem Drilling am Ende beschreibt den Blinker am besten. Dieser Kunstköder überzeugt durch eine leichte Biegung im Metall und taumelt beim Einholen - das weckt natürlich das Interesse der Raubfische.

Spinner:
Der Spinner kann durch das um den Körper rotierende Blatt Druckwellen und Lichtreflexe aussenden - das macht ihn zum Leckerbissen für die Raubfische. Dieser Metallköder ist in der Handhabung einfach, weil er absinkt und problemlos gekurbelt werden kann. Sehr gut funktioniert dieser Köder nachts, wenn Sie ihn dicht unter der Oberfläche führen.

Wobbler:
Dieser Köder ähnelt dem Blinker und ist in der Form rund sowie kompakt. Der Wobbler ist sehr fischähnlich und wird ungefähr wie der Blinker genutzt.

Das Wichtigste bei der Verwendung der Köder ist die Abwechslung für den Raubfisch. Wird auf die eine Gattung der Kunstköder lange Zeit nicht gebissen, so sollte eine andere ausprobiert werden. Außerdem sollten beim Einholen des Köders immer wieder Rucke mit der Rute, Richtungswechsel, kurze Stopps sowie Tempovariationen eingebaut werden. Fragen Sie am Besten erfolgreiche Angelkollegen nach ihrer heutigen Wahl oder bitten Sie einen kundigen Angelgerätehändler um Rat, denn die Angelgeschäfte sind wertvolle Meinungsbörsen, bei denen Sie viele Tipps erfahren können.

Die verschiedenen Köderführungen

Spinner & Blinker:
Diese Kunstköder sollten mal langsamer und mal etwas schneller durchs Wasser gekurbelt werden. Jedoch sollte auch nicht zu schnell gekurbelt werden, so dass der Köder an die Wasseroberfläche gelangt. Wird der Köder aber zu langsam durchs Wasser gekurbelt, so entsteht Grundkontakt, der zu Hängern führen kann und diese sind manchmal sehr schwer zu lösen. Eine andere Sache sind (!) kurze Spinnstops, die manchmal einen vorsichtigen Fisch zum Anbiss verleiten können.

Wobbler:
Dieser Köder kann variantenreich durchs Wasser gekurbelt werden und ähnelt einem lebendigen Fisch wohl am meisten von allen Kunstködern. Einfache Stopps oder den Köder 1 bis 2 Sekunden ruhen lassen, um ihn dann wieder einzuholen, kann schon viele Raubfische aufmerksam machen. Das gezielte Schlagen mit der Rutenspitze in die Angelschnur verursacht ruckartige Bewegungen, so bricht der Köder seitlich aus und ähnelt sehr den Bewegungen eines lebendigen Fisches. 

Gummifische:
Es gibt 2 Möglichkeiten zur Köderführung bei Gummifischen, entweder jiggen oder faulenzen (Köder ohne Bewegung abtreiben lassen). Beim Jiggen sinkt der Köder an gestraffter Schnur zum Grund, dabei wird die Rute parallel zum Wasser gehalten und es müssen schnelle 2 bis 3 Kurbelumdrehungen getätigt werden. Hat der Köder Grundkontakt und die Schnur hängt durch, müssen wieder 2 bis 3 Kurbelumdrehungen getätigt werden - das Ganze abermals wiederholen, bis ein Biss erkannt wird. Beim Faulenzen können mit einem Gummifisch aber ebenfalls Fische gefangen werden - die Wahrscheinlichkeit ist jedoch geringer.

Zusammenfassung:
Insgesamt kann man sagen, dass die besten Angeluferabschnitte einen abwechslungsreichen Untergrund aufweisen - dadurch sollte der sinkende Köder möglichst schon beim Eintauchen in das Wasser in Bewegung sein, um ein Hängenbleiben im Untergrund oder einen Abriss zu vermeiden. Die Köderführung sollte variieren, doch sollte der Köderwechsel sowie der Standortwechsel nicht zu oft erfolgen. Ob Sie Ihren Köder ganz langsam oder etwas schneller über das Wasser flitzen lassen oder Sie weite/kurze Auswürfe ausführen, ist Ihrem Gefühl überlassen. Am Besten stehen Sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort und bringen genügend Geduld mit! :-)