• Brandungsangeln mit Rutenauswurf

Brandungsangeln

Über 384 Strandkilometer bietet die schleswig-holsteinische Ostseeküste und somit ideale Bedingungen zum Brandungsangeln. Doch was gibt es zu beachten und wann beißen die Fische am besten? Nachfolgend finden Sie einige Tipps für einen unvergesslichen Angeltörn an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins:

Faszination Brandungsangeln

Die besten Fangzeiten

Die besten Aussichten auf gute Fänge sind beim Brandungsangeln in den Abendstunden. In der Dämmerungsphase kommen oft schon die ersten Bisse und wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, dann geht es richtig los mit den Dorschen. Plattfische können auch tagsüber gut gefangen werden. An Stränden mit auflandigem Wind und kräftiger Brandung ist die Chance deutlich größer Fische zu fangen.

Die besten Monate für das Dorschangeln sind der Oktober und November. Der Dezember gehört auch noch zu den guten Monaten für Brandungsangler. Ruhige, sehr kalte Tage und Nächte sind oft nicht besonders erfolgreich. Die meisten Plattfische fängt man beim Brandungsangeln im Frühjahr. Im Frühjahr werden zwar die meisten und auch größten Plattfische gefangen, aber die Fleischqualität ist zu der Jahreszeit eher dürftig. Insbesondere die großen Rogner sind sehr dünn und haben weiches, minderwertiges Fleisch. Später im Jahr lassen sich die Plattfische zwar nicht mehr ganz so einfach vom Strand aus fangen, aber die Fleischqualität steigert sich enorm.

Artenvielfalt beim Brandungsangeln

Die Ausrüstung ist entscheidend

Speziell zum Brandungsangeln sind Ruten entwickelt worden, die schwere Bleie bei stakem auflandigen Wind möglichst weit fliegen lassen. Nach dem Wurf sollen die Ruten möglichst ruhig im Rutenständer stehen und Bisse gut erkennbar machen.

Für die Ostsee haben sich Brandungsruten von 3,90m bis 4,50m durchgesetzt. Die Wurfgewichte der Ruten sind meistens mit 200g angegeben. Zum Brandungsangeln werden große Rollen mit einem starken Getriebe und hohem Schnureinzug verwendet. Die Rollen werden mit monofiler oder geflochtener Schnur bespult. Bei monofiler Schnur sollte eine Stärke von 0,30mm bis 0,40mm wählen. An die Hauptschnur wird eine etwa 15m lange Schlagschnur angebunden. Die Schlagschnur ist eine 0,60mm dicke Schnur, die den kräftigen Ruck beim Werfen abfangen soll, damit das Vorfach mit dem Blei beim Werfen nicht abreißt. Bei geflochtenen Schnüren sollte eine Stärke von ca. 9kg bis 10kg (0,15mm) gewählt werden. Auch bei der geflochtenen Hauptschnur wird eine Schlagschnur aus monofilem oder geflochtenem Material vorgebunden. Bei monofilen Schnüren gibt es auch Keulenschnüre. Diese Schnüre ändern alle 25m ihre Farbe und verjüngen sich knotenlos. Die Schlagschnur ist hier also schon knotenlos integriert. Der Vorteil bei der knotenlosen Keulenschnur ist, dass weder ein Knoten noch Kraut am Übergang von der Hauptschnur zur Schlagschnur den Wurf störend beeinflussen kann. Mit den wechselnden Farben kann sich die Entfernung der letzten Bisse gut gemerkt werden.

Es gibt eine riesige Auswahl an Vorfächern zum Brandungsangeln. Um weite Würfe zu erzielen werden Vorfächer mit Einhängeclips für die Haken verwendet. Die Gewichte und Art der Bleie müssen auf die Rute und die Wetterbedingungen abgestimmt sein.

Bei der Ausrüstung sollte auf eine ordentliche Qualität, die den harten Bedingungen beim Brandungsangeln standhält, geachtet werden. Lassen Sie sich in einem Angelshop von den Profis gut beraten - Sie bekommen sicherlich nicht nur die perfekte Angelausrüstung, sondern erhalten zusätzlich auch noch spitzen Tipps von den Mitarbeitern, die eine langjährige Praxiserfahrung vorzuweisen haben.

Der richtige Köder

Weiteres Zubehör zum richtigen Angeltörn

Damit die Ruten sicher und aufrecht stehen können benötigt man einen geeigneten Rutenständer. Ein Dreibein Rutenständer ist zu empfehlen, weil dieser auf jedem Untergrund aufgestellt werden kann. Damit der Rutenständer sicher steht und nicht umkippt wird ein Beutel mit Sand, Wasser oder Steinen gefüllt und in die Mitte des Rutenständers eingehängt. Im Dreibein Rutenständer sind die Auflagepunkte für die Rute weit auseinander, somit steht die Rute sehr ruhig. Erdspieße aus Winkelaluminium sind zum Beispiel auch geeignet. Hierbei muss man darauf achten, dass der Rutenständer ordentlich im Strandsand feststeckt. Die Auflagepunkte der Rute liegen hier dichter zusammen, so dass die Rute dadurch mehr wackelt und die Bisserkennung bei stärkerem Wind erschwert werden kann. 

Eine großräumige Angelkiste erleichtert den Transport des Zubehörs. Mit einer passenden Rutentasche lassen sich die Ruten und Rutenständer gut transportieren. Ein Beach Buddy (Strandzelt) schützt die Ausrüstung vor fliegendem Sand und eine Sitzgelegenheit macht das Angeln gemütlicher. Zusätzlich sollten auch eine Zange zum Haken lösen, ein Messer, ein Schlagholz, ein Maßband und ein Eimer für die gefangenen Fische mitgenommen werden. Eine Kopflampe sollte nicht fehlen und eine Wurmnadel erleichtert das Beködern der Haken ungemein. Um die Ausrüstung leicht zum Angelplatz zu bekommen hilft ein Beach Rolly (Strandkarre). Die Bekleidung sollte an die Wetterbedingungen angepasst werden. Ein gültiger Fischereischein mit der Fischereiabgabemarke des Landes Schlewig-Holstein gehört selbstverständlich immer zur Angelausrüstung dazu!

Die einfachste Wurftechnik

Wenn man mit der Brandungsrute noch keine Erfahrungen gesammelt hat, sollte man zuerst einige Übungswürfe nur mit einem Blei machen. Übung macht hierbei den Meister!

Als Rechtshänder kann mit der rechten Hand die Rute auf Höhe der Rolle gut festgehalten werden. Der Rollenfuß ist hierbei zwischen Mittelfinger und Ringfinger. Die linke Hand umfasst die Rute am unteren Ende. Das Schnurlaufröllchen der Rolle sollte nach oben zeigen. Mit dem Zeigefinger wird die Schnur gefasst sowie festgehalten. Den Rollenbügel öffnen - mit der linken Hand die Rute am Ende gut festhalten - und das Blei nach hinten stramm ablegen. Die Rutenspitze zeigt jetzt zum Boden und das Griffende zeigt hoch. Achten Sie bitte darauf, dass keine lose Schnur entsteht. Nun wird die Rute geladen: Mit dem linken Arm runter in Richtung Hüfte ziehen und mit dem rechten Arm hoch drücken. Auf ca. 11:00 Uhr soll die Rute die stärkste Spannung haben und die Schnur wird durch den Zeigefinger freigegeben. Halten Sie die Rute gut fest, damit keine Energie durch das nach unten ziehen verloren geht. Der !Stopp! auf 11:00 Uhr ist wichtig um die Leistung der Rute voll zu nutzen. Nachdem das Blei die Wasseroberfläche berührt hat sofort den Rollenbügel schließen und die Schnur stramm drehen bis das Blei zu spüren ist. Jetzt wird die Rute in den Rutenständer gestellt und noch einmal die Spannung der Schnur überprüft. Danach heißt es abwarten bis ein Biss kommt und die Rutenspitze wackelt. Wenn sich nach ca. 20min. nichts getan hat, sollte man reinholen und neue Würmer auf die Haken ziehen.

Viele haben die Befürchtung, dass sie nicht weit genug werfen. Es reicht aber, wenn man bis zu den Fischen werfen kann und das ist oft gar nicht so weit wie man denkt. Es gibt Tage, da reicht es aus 30m bis 50m weit zu werfen. Wer weit werfen kann, sollte es demnach auch mal dichter dran probieren und seine Kraft nicht für zu weite Würfe verschwenden.

Tipps zu tollen Brandungsangelplätzen

Im Norden & Osten Ostholsteins:

Im Norden: Weißenhaus, Kembs, Dazendorf
Im Osten: Süssau, Rosenfelde, Dahme, Lenste, Bliesdorf, Pelzerhaken Neustadt i.H.

Auf der Nordseite werden im Frühjahr die meisten Plattfische gefangen. Im Herbst ist Dorschzeit.

Achten Sie auf auflandigen Wind - sobald die Sonne rot wird und allmählich hinterm Horizont verschwindet, werden die Dorsche in der Brandungszone aktiv und die Rutenspitzen zucken.

Rund um Fehmarn:

Norden: Altenteil, Teichhof, Niobe
Osten: Marienleuchte, Preesen, Klausdorf, Katarinenhof, Gahlendorf
Westen: Flügge, Püttsee, Bojendorf, Westermakelsdorf
Süden: Fehmarnsund, Wulfen, Meeschendorf, Staberdorf